DER MONAT 02.2020

2 HSP NEWS DER MONAT 2.20 Newsdienst Aktuelles aus den Bereichen Steuern, Recht und Wirtschaft im Monat Februar 2020. Steuerliche Neuregelungen für Arbeitnehmer ab 2020 Zum 01.01.2020 traten verschiedene steuerliche Änderungen in Kraft. Die wich- tigsten Neuregelungen für Arbeitnehmer im Überblick: Für Alleinstehende steigt der Grundfrei- betrag von 9.168 Euro auf 9.408 Euro. Eine Steuerbelastung tritt somit erst ein, wenn ein Alleinstehender über ein zu versteuern- des Einkommen von mehr als 9.408 Euro verfügt. Bei Eheleuten verdoppelt sich der Betrag auf 18.816 Euro. Die Freibeträge für Kinder werden für das Jahr 2020 von derzeit 7.620 Euro auf 7.812 Euro angehoben. Der Höchstbetrag für die steuerliche Berücksichtigung von Unter- haltsleistungen an andere unterhaltsberech- tigte Personen erhöht sich auf 9.408 Euro. Die Verpflegungspauschalen für aus- wärtige Tätigkeiten werden heraufgesetzt. Für Tage mit mehr als acht Stunden Ab- wesenheit sowie für An- und Abreisetage steigt die Pauschale von 12 auf 14 Euro, für Reisetage mit ganztägiger Abwesenheit von 24 auf 28 Euro. In dieser Höhe kann Verpflegungsmehraufwand vom Arbeit- geber steuerfrei ersetzt bzw. durch den Arbeitnehmer in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden. Überlässt ein Arbeitgeber seinem Arbeit- nehmer ein Elektro- oder extern aufladbares Hybridelektrofahrzeug als Dienstwagen, kann der Arbeitnehmer künftig durch eine noch weitergehende Ermäßigung bei der Dienst- wagenbesteuerung profitieren. Die Bemes- sungsgrundlage für den geldwerten Vorteil aus der Privatnutzung solcher Fahrzeuge bleibt grundsätzlich halbiert, bei bestimmten Elektrofahrzeugen beträgt sie künftig sogar nur ein Viertel. An Stelle von 1 % für Fahrzeu- ge mit Verbrennungsmotor ist also nur 0,5 oder sogar nur 0,25 % des Listenpreises pro Monat als Arbeitslohn anzusetzen. Sachbezüge in Form von Gutscheinen und Geldkarten können Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern weiterhin bis maximal 44 Euro im Monat steuerfrei gewähren. Vo- raussetzung dafür ist künftig, dass diese Zuwendungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden, ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen berechtigen und dass Geldkarten keine Barauszahlungs- oder Wandlungsfunktion in Geld haben. Ehegatten/Lebenspartner dürfen ab dem kommenden Jahr mehr als einmal im Ka- lenderjahr ihre Lohnsteuerklasse wechseln. Unabhängig vom Vorliegen besonderer Gründe können sie damit unterjährig die Steuerlast im Rahmen der gesetzlichen Regelungen optimieren. Vorläufigkeitsvermerk nach Soli- Musterklage - Steuerzahler müssen keine Einsprüche mehr einlegen Wegen einer Musterklage, die beim Bun- desverfassungsgericht anhängig ist, gibt es einen sog. Vorläufigkeitsvermerk. D. h., Einkommensteuer Lohnsteuerliche Behandlung von unentgeltlichen oder verbilligten Mahlzeiten von Arbeitnehmern ab 2020 Die Sachbezugswerte ab Kalenderjahr 2020 sind durch die Elfte Verordnung zur Änderung der Sozialversicherungsentgelt- verordnung vom 29.11.2019 festgesetzt worden. Darauf weist das Bundesminis- terium der Finanzen hin. Mahlzeiten, die arbeitstäglich unentgeltlich oder verbilligt an Arbeitnehmer abgegeben werden, sind mit dem anteiligen amtlichen Sachbezugs- wert zu bewerten. Der Wert für Mahlzeiten, die ab Kalenderjahr 2020 gewährt werden, beträgt für ein Mittag- oder Abendessen 3,40 Euro und für ein Frühstück 1,80 Euro. Ab 2020 wesentliche Änderungen für Arbeitgeber durch das Bürokra- tieentlastungsgesetz III Durch das Bürokratieentlastungsgesetz III ergeben sich u. a. Änderungen für Arbeitge- ber, wie z. B. die Anhebung der Grenzen zur Lohnsteuerpauschalierung bei kurzfristiger Beschäftigung. Danach ist eine 25prozenti- ge Pauschalierung der Lohnsteuer zulässig, wenn der durchschnittliche Arbeitslohn je Arbeitstag 120 Euro (bisher 72 Euro) nicht übersteigt. Außerdem erfolgt eine Erhöhung des pauschalierungsfähigen durchschnitt- lichen Stundenlohns von 12 auf 15 Euro. Arbeitgeber können die Beiträge für eine Gruppenunfallversicherung mit einem Pauschsteuersatz von 20 Prozent erhe- ben, wenn der steuerliche Durchschnitts- betrag ohne Versicherungsteuer ab 2020 im Kalenderjahr 100 Euro (bisher 72 Euro) nicht übersteigt. Die Steuerbefreiung für betriebliche Gesundheitsförderung wurde ebenfalls angehoben. Der Steuerfreibetrag wird ab 2020 jährlich von 500 Euro auf 600 Euro angehoben. Damit die Steuerbefreiung gilt, müssen diese Maßnahmen zertifiziert sein. Arbeitgeber können bereits ab 2020 un- ter Verzicht auf den Abruf der ELStAM die Lohnsteuer für Bezüge von kurzfristigen, im Inland ausgeübten Tätigkeiten beschränkt Steuerpflichtiger (max. 18 zusammenhän- gende Arbeitstage), die einer ausländischen Betriebsstätte zugeordnet sind, mit einem Pauschsteuersatz von 30 Prozent des Ar- beitslohns erheben. Ausgabepflicht von Kassenbele- gen kann bei Vorliegen von sachlichen Härten entfallen Die Bundesregierung erklärte auf Anfrage, dass auf die Pflicht zur Ausgabe von Kas- senbelegen imFall des Vorliegens sog. sach- licher Härten in Ausnahmefällen verzichtet werden kann. Solche Härten lägen vor, wenn durch höhere Gewalt eine Belegausgabe nicht möglich sei, z. B. bei Stromausfall, Wasserschaden, Ausfall der Belegausgabe- einheit oder wenn die Belegausgabepflicht für den Steuerpflichtigen imkonkreten Einzelfall unzumutbar sei. Dies werde von der zustän- digen Finanzbehörde geprüft. Kosten könnten im Rahmen einer Darle- gung der Härte als ein Teilaspekt berück- sichtigt werden, ebenso die Ziele Abfall- vermeidung und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen. Es sei jedoch immer im jeweili- gen Einzelfall zu prüfen, inwieweit eine Härte für den jeweiligen Steuerpflichtigen vorliege. Beim Finanzamt kann eine Befreiung von der Belegausgabe beantragt werden, wenn die Belegausgabe eine „unzumutbareHärte“ dar- stellt, weil dadurch z. B. langeWarteschlangen oder hohe Entsorgungskosten entstehen. Lohnsteuer

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